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Facebook AGB als Musical in der Spedition Bremen

Die Facebook AGB sind wie die Werke William Shakespeares: Jeder glaubt halbwegs zu wissen, was drin steht. Weithin möchte man sie im Detail nicht lesen, mit den Eckpunkten („Sein oder nicht Sein“) stimmt man überein und insgeheim hofft man seine Bildungslücke schließen zu können, wenn jemand das Stück auf die Leinwand oder auf die Bühne bringt. Mit möglichst viel Drama und Herzschmerz.

Das dachte sich offenbar auch das „Spedition Bremen“-Theater und widmete den AGB der Sozialen Onlineplattform nun ein Musical. „Facebook AGB – Das Musical“ heißt das Stück, das vom 10.08. bis 18.08. fünfmal in der Spedition Bremen aufgeführt wird. Auch einen Trailer auf Youtube gibt es bereits zu sehen:

Die Geschichte des Stücks ist so einfach wie herrlich skurril:

Die junge Autorin, um die sich das Stück dreht, hat sechs entbehrungsreiche Jahre lang an einem epochalen Werk geschrieben. Das Problem: Es scheint unverkäuflich. „Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook inkl. Datenrichtlinie und Cookierichtline“ findet unter den Verlagen keinen Abnehmer. „unlesbar“ sei das Skript und es interessiere niemanden, heißt es. In ihrer Verzweiflung gleitet die Schriftstellerin in Alkohol, Drogen und Prostitution ab.

Etwa zur gleichen Zeit entwickelt ein ebenfalls junger Programmierer ein Soziales Netzwerk. Auch er hat ein großes Problem. Ihm fehlt der passende Name für sein digitales Gesichterbuch. Und dann braucht so ein Monstrum ja auch noch ein umfangreiches, möglichst kompliziertes Regelwerk. Durch einen Zufall kreuzen sich die Wege der Autorin und des Informatikers, als ihm das Werk „Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook inkl. Datenrichtlinie und Cookierichtline“in die Hände fällt.

Endlich, endlich, endlich müssen wir die AGB nicht mehr lesen und keine Facebook-Bilder von Nudelsuppe mehr teilen, um ihnen wirksam zu widersprechen. Hier wird die Illias der Juristerei lebendig und in Paragrafen über die Bühne geritten. Ein Stück für Anwälte, Datenschützer, Verschwörungstheoretiker, Freunde der Prostitution und Digital Natives. Die AGB des sozialen Netzwerks werden auf eine Bühne gehoben und entmystifiziert. Bleibt am Ende nur noch die Frage: Warum liegt hier eigentlich ein Zuckerberg?

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