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Der Begriff „Spam“ fand dank Monty Python zu seiner heutigen Bedeutung

Der absolute Standard des Unnützen Internet-Wissens ist die Herkunft des Wortes Spam. Kaum eine Sammlung des Unnützen Wissens kommt ohne diese Information aus. Sie wird so häufig gestreut, dass sie selbst schon fast Spam ist. Selten macht sich aber jemand die Mühe, die Herkunft von Spam noch näher zu beleuchten. Die britische Komikertruppe Monty Python hat einen Anteil an der Verbreitung, aber die Geschichte ist noch viel komplexer.

Alles begann mit Würzfleisch in Dosen. Spam stand schon früh für Überfluss. Ursprünglich handelte es sich bei dem Begriff um einen Eigennamen. Bereits seit 1936 wurde SPAM (kurz für „SPiced hAM„, gewürzter Schinken) produziert. Während des zweiten Weltkriegs wurde das Dosenfleisch eines der wenigen Lebensmittel, die überall in Großbritannien noch erhältlich waren.

Monty Pythons Spam-Sketch

Diese Omnipräsenz des SPAM nahm auch die Komikertruppe Monty Python in einem Sketch der beliebten Serie Monty Python’s Flying Circus auf. Der Sketch aus dem Jahr 1970 spielte in einem Restaurant, in dem die Speisekarte über und über mit Gerichten aus SPAM bestand. Eric Idle und Graham Chapman treten darin als Ehepaar auf, dem von Terry Jones die Speisekarte vorgelesen wird. Mit jedem Gericht scheint sich die Anzahl des enthaltenen „Spams“ zu erhöhen. Es endet mit  „Spam, Spam, Spam, Spam, Spam, Spam, gebackene Bohnen, Spam, Spam, Spam und Spam“. Als Gericht ohne Spam könne die Bedienung nur  „Spam, Eier, Bratwurst und Spam“ empfehlen, weil darin nicht so viel Spam enthalten sei.

Eine Gruppe Wikinger, die ebenfalls in dem Restaurant anwesend ist, stimmt in der Folge bei jeder Erwähnung ein Lied mit dem Begriff an. Noch weiter ins Skurile driftet der Sketch ab, als John Cleese als ungarischer Einwanderer und Michael Palin als Historiker auftreten und ebenfalls über Spam reden. Auf 132 Nennungen bringt es der Begriff insgesamt. dazu gehört auch ein Abspann, in dem die Namen der Pythons ebenfalls mit dem Begriff gemixt werden.

Spam als Begriff im Usenet

In der Kommunikation tauchte Spam erstmals in den 1980er Jahren auf. In den Multi User Dungeons von textbasierten  Computerrollenspielen bezeichnete man so das exzessive Verbreiten eigener Texte über das Textinterface, wie es von einigen Usern praktiziert wurde. Erst im Usenet, einem Newsgroup-Dienst, der bis heute parallel zum Internet besteht, entstand der Zusammenhang zwischen wiederholter, unerwünschter Werbung und dem Begriff „Spam“. Einige User posteten in eine Vielzahl von Newsgroups die immer gleichen Werbebotschaften ohne sich für das Thema des Kanals oder auf die Antworten der anderen User zu interessieren. Die erste richtig große Spam-Welle ging dabei 1994 auf das Anwaltsbüro Canter & Siegel zurück, das um Mithilfe bei der Teilnahme an der Verlosung von Green Cards warb.

Wer verschickt den meisten Spam?

Spam selbst ist älter als das Internet und auch älter als der Begriff „Spam“. Am 3. Mail 1978 versendete der DEC-Mitarbeiter Gary Thuerk eine Werbe-E-Mail für Zubehör für den DEC System-20-Minicomputer. Ungewollt Empfänger waren 400 am ARPANET, dem Vorläufer des Interents angeschlossene User an der Westküste der USA. Thuerk handelte sich dafür sogar Ärger mit dem US Verteidigungsministerium ein.

Heutzutage ist es weit schwerer, die Absender von Spam- oder Junkmails zu identifizieren. Rund 100 Milliarden dieser Werbemails wurden bereits 2010 pro Jahr verschickt. Die Mails verursachen beim Empfänger Kosten und Zeit, die aus dem Aussortieren und Löschen, mit dem Einrichten und Warten von Spamfiltern und dem übertragenen Datenvolumen resultieren.

70 bis 80 Prozent des Spams wird dabei von chinesischen E-Mail-Adressen versendet. Das liegt aber vielleicht auch nur daran, dass es dort leichter ist, anonym aufzutreten und die Spamversender sich davon eine erschwerte juristische Verfolgung erhoffen. zumindest fand 2004 das kalifornische Software-Unternehmen Commtouch heraus, dass lediglich rund 6 Prozent des Spams tatsächlich in China losgeschickt worden war und rund 70 Prozent direkt aus den USA kam.

Der Deutsche Bundestag plante 2005 ein Anti-Spam-Gesetz, das später dann aber im Telemediengesetz mit aufging. Das seit 1. März 2007 in Kraft getretene Gesetz verbietet das Verschleiern oder Verheimlichen des Absenders und des kommerziellen Charakters der Nachricht. Spammer, die sich erwischen lassen, können wegen einer Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld belegt werden. Auch das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb schützt die Empfänger solcher Mails seit 2004 vor der Belästigung durch unerlaubten Spam. Somit kann auch zivilrechtlich ein Unterlassen verlangt werden. Vorausgesetzt, der Absender lässt sich identifizieren.

Wie man kreativ auf Spam-E-Mails antworten kann, zeigt der Comedian James Veitch auf seinem Youtube Kanal Scamalot:

Die 12 besten Antworten auf Spam-Mails

 

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